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Spiegelglatt

Lieber See, ich danke dir, dass ich heute an deinem Ufer sitzen durfte, über die sanfte Wasserfläche schauen, der Lichtspiegelung folgen, die Libelle am Seerosenblattrand und fliegend sehen und immer wieder ein «Plums» hören und die Ringe beobachten. Jedes Mal erhaschte mein Blick diese Wellen und die Gedanken wollen den Fisch noch sehen, der hier so laut nach Tieren oder Luft schnappt. Ich sitze und geniesse und ich schreibe eine Mail und da höre ich auch Stimmen und lache für mich, denn das stetige «Plums» ist kein Fisch, sondern ein Köder, den die Knaben hinter den Büschen in grosser Ausdauer und Sorgfalt immer wieder den Fischen präsentieren. Wie schön sind doch die Geschichten, die man sich selbst erzählt, wenn man mit sich und den Gedanken alleine ist. So entstehen viele Geschichten, die als Wahrheiten in die Welt gesandt werden und wer sie hört und weitererzählt, wird auch seinen Klang darin hinterlassen und die Welt bereichert sich so von wundervollen Klangmomenten die alle auf einer Illusion beruhen, denn wer sagt mir, dass es nicht doch ein Fisch war, den ich wahrgenommen habe als ich die ersten Kringel im Wasser gesehen habe?

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