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Raubtierfütterung

Wer freut sich mehr, die Hühner, Enten oder ich? Laut schnattern sie schon die grossen, mittleren und kleinen Enten. Es ist Zeit für den Zvieri. Sie kennen die Uhr besser als ich. Auch die Hühner stehen vor der Gattertür bereit. Die Letzten versammeln sich dort, wenn sie hören, wie ich den blechernen Deckel vom Futterfass wegdrehe und mit der Dose das Becken befülle. Ob sie auch die blaue Farbe erkennen, wenn ich auf sie zugehe? Ob hören, riechen, schmecken oder sehen, auf jeden Fall schnattert es im Entengehege immer lauter. Der Hahn kräht seine Schar zusammen: «schaut her, es ist Fressenszeit!» Ich schiebe den Riegel und bereitwillig machen mir die Hühner und Güggel Platz, damit ich in ihr Revier eintreten kann. Wer zeigt wem den Weg, wo die Körner heute ausgestreut werden? Einmal sind die Hühner vor mir, dann neben und auch hinter mir. Ich fühle mich als grosse Mutterhenne und freue mich mit ihnen. Heute suche ich den hinteren ganz bewachsene Freilaufbereich aus. «So ihr lieben, jetzt dürft ihr im hohen Gras suchen und finden», mit diesen Gedanken werfe ich die Körner aus und das Gefieder versammelt sich pickend um mich herum. Der Hahn stolziert um seine Schar herum und kräht: «schaut her, schaut her, für alle gibt es genug» und nachdem alle so emsig picken, gönnt er sich auch ein Körnchen und kräht erneut: «danke, danke!» Derweil schnattern die Enten im Nachbarzuhause sich heiser. Sie wissen genau wo ich das Futter über den Zaun werfe und sie stehen in Reih und Glied bereit. Das jüngste zeigt sich heute von der kräftigsten Seite. Es Ruft mit seinen Geschwistern und Eltern so laut, dass ich sein ‘Gurgeli’ sehe. Sie lachen mich schnatternd an und ich lache hörbar zurück. Welch geteiltes Glücklichsein – es braucht so wenig!

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