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Nacht

Ich schreibe auf meinem Handy mitten in der Nacht. Ich schreibe mitten in der Nacht, weil ich nicht schlafen kann. Weil ich meine, nicht schlafen zu können. Ich kann nicht schlafen, weil ich meine nicht müde zu sein. Doch mein rechtes Auge brennt ein wenig. Die Augen blinzeln und wollen zufallen. Etwas wehrt sich dagegen. Was ist es, das sich dagegen wehrt? Es ist die innere Stimme, die sagt jetzt ist Zeit um wach zu sein, denn das „Apilifai“ tut dir nicht gut. Und nur wenn du ein Zeichen, etwas Sichtbares dafür hast, dann versteht das auch deine Umwelt. Nur das Sichtbare zählt. Denn darum kann jeder wieder seine eigene Geschichte bauen. Baut man eine Geschichte oder erfindet man sie? Warum stützen wir uns so auf unsere Augen? Warum sind wir so ungläubig? Warum vertrauen wir nicht der Worte anderer? Lassen Sie stehen, ohne sie als eigen zu nennen, dafür als die des Gegenübers? Gibt es ein Gegenüber oder sind wir alles? Eine Frage löst eine nächste Frage aus. Wer kennt die Antworten? Braucht es Antworten? Nacht. Alles ist dunkel und still, nur das Handy Display leuchtet. Oder sind es diese Lichtstrahlen, die mich wachhalten? Ich dimme auf dunkel. Es wird noch ruhiger. Eher sanfter. Das Licht beeinflusst mein Gemüt. Ich werde müde. Oder ich spüre jetzt, dass ich müde bin. Mein innerer Widerstand wird ruhig. Ist ruhig. Ich kann schlafen. Ich schlafe.

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