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Kloster Anerode

Ich sitze in meiner Carlotta und geniesse die Abendsonne. Mein Blick wandert auf die nassen Wanderschuhe, die sich auch über die letzten Sonnenstrahlen freuen. Heute ging es durch feuchte Gegenden und zu stillen Gewässern. Sie müssen bald in die Tiefkühltasche, meinen Schuhschrank, damit die Weiterreise nicht durch zusätzliches Gerumpel fliegender Gegenstände beeinträchtigt wird. Die Weiterreise wohin? Ich nehme zu dieser Gegend hier im Osten eine grosse Anziehungskraft war. Mein aktueller Standort das leerstehende Klostergelände aus dem 12. Jahrhundert, das ich gestern durch einen glücklichen Zufall und einer herzlichen Begegnung mit Simone zum Teil besichtigen durfte, verzaubert mich. Ich fühle  mich in verschiedene Zeiten versetzt und spiele plötzlich in verschiedenen Märchen mit. Der grosse Ballsaal von Aschenbrödel, die breite Treppe im Königspalast, im Nebenzimmer das überwucherte Fenster vom schlafenden Dornröschen und unterirdisch im Dunkeln einzelne frei gelegte Knochen, die im Taschenlampenlicht aufblitzen. Die mystischen, märchenhaften Energien, das Vergangene umhüllt und begleitet mich und ich habe Dresden im Kopf…

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