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Fluch oder Segen?

Ich danke dem Wasser und segne es. Im Wissen, dass der starke Regen und Hagel viel Unheil gebracht hat und Existenzen ruinierte. Was wollen uns diese Wetterkatastrophen mitteilen? Heute geniesse ich einen Sonnenschein-Tag. Zwischendurch war es sogar schwülheiss, so dass mir der Schweiss von der Stirne tropft und ich mein Gesicht mit einer Ecke von meinem Afrikanischen Tuch trockne, welches ich mir um die Hüfte gebunden habe. Ich pflanze, jäte und setze. Salate aller Art und Kohlrabi dürfen anwurzeln und gedeihen. Zum Teil an Stellen, wo der Hagel vor ein paar Wochen alles zerstörte. Schneller Neuanfang für die Pflanzenwelt. Der Boden ist warm und feucht und kaum sind die letzten Setzlinge in der Erde, tropft es erneut vom Himmel. Herrlich frischer Duft. Grosse Tropfen. Ich habe fast das Gefühl, ich könne den Einzelnen ausweichen und doch bin ich wohlig nass, als ich mit allen Geräten und dem Geschirr wieder beim Hof ankomme. Schnell der Wasserhahn öffnen und den Schlauch fassen um die Gartenutensilien sauber zu spritzen. Überall Wasser Rinnsale, die vom Abwasserschacht geschluckt werden. Barfuss springe ich durch ein zwei kleine Pfützen über etwas weiches, matschiges Gras bis zur Carlotta. Ich schnappe mir das Badetuch und überlege kurz, ob ich mich einfach in den Regen stellen soll. Doch ich entscheide mich für die warme Dusche und geniesse es, dass ich einfach unter die Brause stehen kann. Erinnerungen an Igota in Tansania werden wach. Dort drehte ich vergebens am Wasserhahn. Kaltes Wasser aus dem Eimer netzte damals meine schwitzig salzige Haut... und hier kann ich sogar in der Carlotta einfach einen kleinen Wasserhahn aufdrehen! Das Wasser ist ein Segen.

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