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Die Butter

Wie hält man Butter ohne Kühlschrank? Man legt sie ins Wasser. Das bewährt sich wunderbar. Bis ich heute wieder einmal den Deckel von meinem schwimmenden „Buttermödeli“ öffne und mir ein winzig kleiner Schimmelpilz entgegenlacht. Nicht weiter schlimm, denke ich und löffle das graue Flecklein ab. Sogleich schmiere ich mir ein Butterbrot, mit der Idee, sie trotzdem zu essen. Meine Nase stecke ich mehrmals in die Schale. Sie riecht nur ein wenig streng, aber nicht unverträglich. Ich habe das Bild einer übelriechenden Seerose. Ein zarter penetranter Duft. Ranzige Butter ist ja auch noch verwertbar, folgt ein Gedanke. So beisse ich herzhaft in das etwas ungewohnt schmeckende Butterbrot. Doch das Kauen stoppe ich abrupt. Der Duft wechselt in meinem Mund zu einem widerlich säuerlichen Geschmack. Ups, wohl doch nicht mehr zum Verzerr geeignet, meldet sich mein Geschmacksinn eindeutig und klar und bewahrt mich vermutlich vor einer unruhigen Nacht, die ich heute fast Mitten im Wald auf einem Wanderparkplatz über Bad Brückenau verbringe.

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